Tuesday, September 27, 2011

Chris at the Big House

Am Samstag war es endlich soweit: ich durfte im Big House Zeuge eines Footballspiels werden :)
Ich hatte am Freitag noch ein Ticket für $40 ergattert und so ging es am Samstag nach dem Frühstück auf zum Stadion. Habe ich schon erwähnt dass das Big House von der Kapazität her das drittgrößte Stadion der Welt ist? Wahnsinn, und das in dieser Kleinstadt hier. Das Big House wurde 1927 gebaut und seitdem ständig erweitert - der Witz ist dass es quasi in die Erde "versenkt" wurde - damit waren die Erweiterungen einfach möglich und von außen sind heute nur die 10 obersten Reihen zu sehen. Die offizielle Kapazität beträgt 109.901 Sitze, für die Anwesenheitszahlen werden immer noch Spieler, Betreuer usw. mitgezählt und somit die Rekordzahlen wie vor zwei Wochen erreicht - diesmal waren es 110.707 Leute. Eins noch: ich war beim 234ten Spiel in Folge (!) mit einer Zuschauerzahl jenseits der 100.000 Grenze - seit 1975 waren hier nicht weniger Leute bei einem Heimspiel!


Keine Angst, soviel zugenommen habe ich gar nicht - ich hatte zwei T-Shirts und nen Pullover an weil es morgens doch noch recht frisch war. Wie man vielleicht erkennen kann, bestehen die Sitzreihen komplett aus Bänken, es gibt also keine Schalensitze oder so und dementsprechend ist es auch etwas kuschelig. Dafür passen aber auch eine Menge Leute rein und man hat erstaunlicherweise von überall eine super Sicht! Die großen Aufbauten hinten beherbergen übrigens die VIP Logen - da sind die Sitzmöglichkeiten wahrscheinlich etwas komfortabler

Was ich persönlich unglaublich fand: im ganzen Stadion herrscht strengstes Alkoholverbot - _vielleicht_ ist das der Grund warum sich die Amis vor dem Spiel immer vor dem Stadion volllaufen lassen. Eigentlich sollte mich dieses Verbot nicht wundern, aber dieser Gegensatz zwischen der Realität "draußen" und "drinnen" und den zahllosen Pro-Bier-Fernsehwerbungen hier machen einen schon stutzig.


Ich hatte einen ganz guten Platz in der Student Section (Stehen aber Stimmung!) erwischt - in dem Block wo auch während des Spiels die Marching Band laufend Stimmung machte - apropos Marching Band, das waren locker mal 300 Leute die vor dem Spiel und in der Halbzeitpause in unglaublich perfekten Formationen musikalische Highlights hinlegten die ich so auch noch nicht gesehen habe (von _der_ Hymne hier "Hail to the Victors" bis hin zu Michael Jacksons "Thriller").


Die Stimmung war großartig, ich habe ein paar Videos gemacht, die Qualität ist nicht berauschend aber ich denke bewegte Bilder geben ein bisschen besser wieder was ich erleben durfte, so here we go: high noon - kickoff! (am Besten zwei Mal raufklicken, dann geht YouTube auf, das Video wird etwas größer und Vollbild geht auch).


Zum Spiel selber: der Gegner (San Diego State) war ne absolute Fluppe, Football scheint in Kalifornien nicht so der Sport zu sein ;) In der Offense ging gar nichts - beim 3rd down wurde immer Stimmung ohne Ende gemacht und ein Scheitern des Gegners wurde mit dem "You Suck"-Song quittiert:


Vielleicht etwas schlecht zu verstehen, der Song geht ungefähr so: "you suuuuuck, you suuuuck, you suuuuuck (x2) YOU SUCK!" - wie geil ist dass denn?!
Aber so war es nunmal - 21:0 zur Halbzeit, need I say more?

Es scheint kontinentübergreifender Konsenz zu sein, dass sich die Fans bei einem langweiligen Spiel selber unterhalten und so dauerte es nicht lange bis in der zweiten Halbzeit eine Welle die Runde machte. Die erste Runde würde ich noch als normal bezeichnen, danach folgten zwei "Spezialitäten des Big House": "die slow wave" und die "fast wave":


110.000 Menschen die die slow wave machen - hammergeil!

Das Ende vom Lied: verdienter 28:7 Sieg für Michigan - der Quarterback Denard Robinson war wieder der Held des Tages mit 93 passing yards und 200 rushing yards (bei denen er selber 3 touchdowns erzielte!).
Repräsentativ kommt hier der letzte Touchdown (mit anschließendem "Hail to the Victors" fight song) damit ihr auch noch was vom Spiel gesehen habt:


Nach dem Spiel war ich komplett tot, vier Stunden stehen, ohne Wasser etc. ($4 für eine kleine Flasche, vom Essen will ich gar nicht sprechen), das schlaucht und so ging der restliche Samstag für Erholung drauf. Aber auf jeden Fall eine geile Erfahrung die ich in den nächsten Wochen nochmal wiederholen muss :)

Friday, September 23, 2011

mallspeak & facepalm

Definition von http://en.wiktionary.org/wiki/mallspeak:

mallspeak (uncountable)
  1. (US) A form of language, practiced by the young, in which generalized modifiers (especially like and the form be like) are interspersed, often seemingly at random
Kurzum: mallspeak bezeichnet die ständig wiederkehrende Nutzung von sinnlosen Füllwörtern, insbesondere dem Wörtchen "like" - es macht mich wahnsinnig. Auf dem Campus hier kommt man zur Mittagszeit an den gut frequentierten Essensausgabestellen nicht drumherum unfreiwillig einer mallspeak-Konversation zu lauschen: "You know like yesterday, I went like shopping and it was kinda like, you know like... like - and then there was like this guy and I was like 'hey, do I know you'?" *argh*

Informationsgehalt gleich null, da will man am liebsten schreiend weglaufen. Weghören geht schlecht und am schlimmsten ist die Tatsache dass mallspeak ansteckend ist - ich erwische mich mittlerweile selber dabei wie ich ohne Sinn oder Verstand an der ein oder anderen Stelle like in meine Sätze einfüge - oh noooooo!

Naja, ansonsten versuche ich gerade ein Ticket für das Spiel morgen aufzutreiben, als Student kann man einiges sparen und muss nicht gleich $70 für ein normales Ticket in der letzten Reihe löhnen - dazu muss man aber erstmal an so ein Studententicket herankommen. Mein erster Versuch eben ist kläglich gescheitert - hier kurz die Historie
Minute 0: irgend ein Typ stellt online ein Ticket für $25 rein
Minute 2: ich entdecke das Inserat und schreibe ihm ne mail
Minute 3: er schreibt zurück dass ich das Ticket haben kann - ich soll ihm ne sms schicken, wir können uns in 5 Minuten Downtown treffen (I was like: yeeehaw!)
Minute 3: ich schreib ihm ne sms dass ich komme - ich renne schnell zu meinem Fahrrad
Minute 4: kaum hab ich mein Rad abgeschlossen bekomm ich ne SMS dass ihm $30 angeboten wurden - er fragt ob ich $30 zahlen würde - ich schreibe zurück dass das passt
Minute 6: ich komme am vereinbarten Treffpunkt an und er schreibt mir ne SMS dass er das Ticket für $40 verkauft hat


The search continues...

Monday, September 19, 2011

hash browns

Heute möchte ich Euch eine aus meiner Sicht kulinarische Sensation des amerikanischen Frühstücks vorstellen: hash browns. Nach einem Streifen Bacon sind sie die zweitbeste Beilage zu einem gerührten oder gespiegelten Ei. I love hash browns!
Doch was sind das eigentlich, hash browns?!

dict.leo.org sagt: hash browns [cook.]: kleine gebratene Kartoffelwürfel, wie Bratkartoffeln oder Rösti zubereitet

Mit anderen Worten: es gibt keine Übersetzung die dem Wesen der hash browns auch nur annähernd gerecht werden würde. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es hash browns offenbar in Millionen von Varianten gibt - ich habe zumindest schon drei verschiedene hier erleben dürfen ;)

Ich lasse mal Bilder sprechen und beginne mit der unspektakulärsten Variante:


Schwer zu erkennen, aber es handelt sich um schnöde Bratkartoffeln unter dem Brot und der Scheibe Ham - keine gute Variante, erst recht nicht wenn die Kartoffeln zwar gekocht, aber nur kurz angebraten wurden :/
Gefunden im Cloverleaf Restaurant on Liberty & 4th.

Da ist Variante #2 schon besser:


Diese geht eher in Richtung Rösti, aber mit weniger Konsistenz, also Kartoffelschnipsel schön kross angebraten - lecker!
Gefunden bei nem griechischen Laden dessen Name mir nicht mehr einfällt on State Street.

Variante 3 ist mein derzeitiger Favorit:


Gefunden bei McDoof :)
Mittelmäßiger Kaffee und ein geradezu ekelerregend weiches "biscuit", aber diese hash browns - superlecker! Ich kann es nicht beschreiben - Kartoffelschnipsel gepresst und ausgebacken trifft es denke ich am Besten. Meine Nummer 1 - und das Allerbeste ist, dass man die schon fertig als TK-Ware kaufen kann und dann in der Pfanne nur noch ein bisschen anbraten muss - GO hash browns!!

Saturday, September 17, 2011

Tribute to Josh

Da hat man sich gerade erst kennen gelernt und ein paar Tage später geht man schon wieder getrennte Wege - gestern haben wir Josh, einen der Mitarbeiter hier verabschiedet. Für ihn war es keine große Sache da er nur ein paar Gebäude weiter in ein anderes Institut zieht, für viele hier war es aber ziemlich überraschend da er das nicht an die große Glocke gehangen hat. Eine gute Gelegenheit um ein Foto zu machen:


Josh ist echt immer super drauf und hilft gerne weiter wenn man mal nicht weiter weiß. Lustigerweise ist er in Texas aufgewachsen, ein paar Kilometer weiter von dem Ort in dem ich mein High-School Jahr verbracht habe. Zufälle gibts...

Damit Ihr Euch noch ein besseres Bild von Josh machen könnt, hier mal ein Bild von einem Präsent was er für seine Freundin gemacht hat:


Für alle die sich jetzt fragen was das ist: es handelt sich um ein Aquarium! Ja, der Fisch ist echt und ja, das ist ein handelsüblicher Wasserpenderbehälter und ja, von oben schaut Chewbacca rein. Großartig, oder? Josh findet also Fische sehr interessant, angefangen hat sein Hobby übrigens in einem kleineren Glas was ich Euch auch nicht vorenthalten möchte (wer denkt dass der Fisch oben nicht artgerecht gehalten wird sollte jetzt besser wegschauen...):


Der Fisch hat also quasi ein Upgrade bekommen :)
Zur eigentlichen Verabschiedung hat uns unser Prof Fan zum chinesischen Mittagsbuffett eingeladen, diesmal aber nicht anderthalb Stunden in den Nachbarort sondern 3,5 Stunden nach Toledo, eine gute Autostunde entfernt - no kiddin'.

Dann wurden wir noch gestern Abend von Katy, einer sehr netten Dame die hier am Institut arbeitet, zu einem Musical eingeladen - Avenue Q, ein Stück was auch schon am Broadway war und komplett von Amateuren unter Zuhilfenahme von Puppen á la Sesamstraße aufgeführt wird. Es war einfach grandios - wem "Bernie und Ert" was sagt kann sich ungefähr vorstellen wie die Darstellung war und welche Themen behandelt wurden - und das im prüden Amerika!

Vor dem Stück ging es noch lecker mexikanisch Essen, ich hatte den frischesten und besten Burrito den ich jemals hatte bei Chipotle in Downtown Ann Arbor:


Das war also der vorerst letzte Tag mit Josh, sehr abwechlungsreich und lustig - zum Glück bleibt uns Josh zumindest ein bisschen erhalten da er ab und an mal beim Lunch vorbeischauen wird, der kurzen Distanz zu seinem neuen Arbeitsplatz sei Dank.

Sodele, ich werde mal nach meiner Wäsche schauen, sitze gerade ein einem Waschsalon und probiere mal mein Glück mit der amerikanischen Waschtechnik - liebe Grüße in die Heimat!

Tuesday, September 13, 2011

The Rock

Heute mal ein kurzer Exkurs in die Tradition der University of Michigan bzw. ein Auszug aus dem Kabinett der Kuriositäten:

Am 22. Februar 1932 wurde hier zu Ehren des 200. Geburtstages von Schorsch Washington an einer Straßenecke ein Gedenkstein abgelegt - schöne Plakette usw., alles super. In den 50ern dachten sich dann ein paar Witzbolde der Michigan State University (noch so eine Rivalität...), dass es doch witzig wäre den Stein mit den Buchstaben MSU zu beschmaddern. Also beschmadderten sie ihn.

Das ging natürlich gar nicht an und so schlugen die Studis hier prompt zurück indem sie den gesamten Stein ihrerseits übermalten. Klingt ganz schön verrückt, nicht wahr? Naja, und was machen die Amis wenn sie mal was Verrücktes entdeckt haben: na klar, sie machen es zur Tradition.

So ist es heute noch guter Brauch und ein Muss für jeden Studenten den armen Gedenkstein mindestens einmal komplett eingedeckt zu haben - wer das vor seinem Abschluss nicht geschafft hat, hat selbigen eigentlich gar nicht verdient. Das Ergebnis kann sich echt sehen lassen und lässt sich fast schon als Kunst bezeichnen - ich möchte es Euch natürlich nicht vorenthalten:


Das Bild ist mittlerweile komplett veraltet - ich habe es am Sonntag gemacht und habe gestern und heute schon wieder zwei andere Versionen gesehen....
Ach ja, und ich habe mir sagen lassen, dass der Stein rund um die Uhr von irgendwelchen Studentenorganisationen "bewacht" wird, damit z.B. vor den Spieltagen hier nicht wieder solche Schmaddereien geschehen wie in den 50ern ;)

Sunday, September 11, 2011

114,804 at the Big House


"It' better under the lights" - das erste Spiel unter Flutlicht im Big House stand gestern an. Da mir die 250 Dollar für Tickets auf dem Graumarkt etwas übertrieben erschienen (dafür dass man dann in der vorletzten Reihe steht) wollte ich stattdessen diesmal wenigstens ein bisschen von dieser losgelassenen Stimmung festhalten - Voraussetzung dafür war allerdings uneingeschränkte Mobilität und so führte mich die Suche nach einem Fahrrad zu Kiwanis, einem dreistöckigen Gebrauchtwarenladen der nur Samstag von 9 bis 12 offen hat und von gefühlt 100 älteren Herren am Leben erhalten wird. Entsprechend herrschten auch ALDI-ähnliche Zustände am Eingang. Kurzum: für 35 Dollar konnte ich nach einer halben Stunde den folgenden Drahtesel mein Eigen nennen:

Mit dem ROSS Europa 3 hatte meine tagelange Suche nach einem fahrbaren Untersatz endlich ein Ende gefunden - supergeil denn es ist echt alles dran was man so braucht: zwei Bremsen, eine Drei-Gang-Schaltung und vor allem Schutzbleche, bei diesem Wetter unverzichtbar ;)

Also auf nach Downtown und Richtung Stadion, ich lasse mal Bilder sprechen - GO BLUE!


Das große Spiel sollte dann auch zu einem großen Spektakel werden - vor Spielbeginn flog ein Bomber übers Stadion und zur Halbzeit kamen Fallschirmspringer vom Himmel geflogen:

 


Und nur um das nochmal klarzustellen: wir reden hier von einem regulären Saisonspiel im College-Football!
Zum Spiel selber: ich habe keine Ahnung wie die das hingebogen haben, aber man wurde nicht enttäuscht, das Spiel war der absolute Hammer (ich habe in den letzten Tagen auch schon Spiele 54:3 enden sehen).
Man muss dazu sagen dass zwischen den Michigan Wolverines und den Notre Dame Fighting Irish eine gewisse Rivalität herrscht, insofern musste da wahrscheinlich etwas ganz Großes bei rumkommen. Michigan lag ziemlich früh im Spiel mit zwei Touchdowns hinten und es sah gar nicht gut aus - schlechte Defense, unpräzise Pässe und das gute Running-Game der Iren ließen die Menschenmassen zunächst verstummen. Michigan konnte sich in der zweiten Hälfte herankämpfen, wobei der Quarterback Denard Robinson einige Traumpässe herausgehauen hat und selber oft auch Yard für Yard erlaufen konnte.
Am Ende ging es dann hin und her, eine reine Offensivschlacht, in den letzten 72 Sekunden wurden drei Touchdowns erzielt - beim letzten Angriff (8 Sekunden auf der Uhr) hätte ein einfaches Field Goal (3 Punkte) gereicht um auszugleichen und das Spiel in die Verlängerung zu schicken, aber stattdessen ging die entsprechende Mannschaft aufs Ganze - bevor ich verrate wer gewonnen hat müsst Ihr Euch die Zusammenfassung anschauen:


Hammergeil, oder?!
Nebenbei wurde dann noch der Zuschauerrekord gebrochen - es sollen wohl 114.804 Menschen im Stadion gewesen sein. Das scheint hier aber irgendwie niemanden zu interessieren, ich persönlich finde das unglaublich wenn man sich überlegt dass in unser popeliges Olympiastadion nicht einmal 80.000 Leute hineinpassen.
Jedenfalls suche ich mir für die kommenden Wochen mal ein Spiel raus für das man noch normal bepreiste Karten bekommen kann - ich denke das muss man einfach mal selber mit erlebt haben.

Thursday, September 8, 2011

Orga ^ 3

Nun habe ich zwar die ersten drei Tage am Institut hinter mir, bin aber meinem eigentlichen Ziel meines Aufenthalts hier, nämlich meiner Diplomarbeit, kein Stück näher gekommen - im Gegenteil, der Inhalt meiner "Papierkrammappe" scheint exponentiell anzusteigen.

Am Dienstag wurde ich sehr herzlich von meinem Professor Fan Meng und seiner Gruppe bestehend aus Andy, Josh, Gang und Manhong empfangen (anhand der Namen kann man schon erahnen dass Josh der Einzige ohne chinesischer Abstammung ist - Bilder und Beschreibungen folgen ;) - da ich keine echte Mittagessen-Präferenz äußerte, ging es auch prompt in einen chinesischen Buffettempel - natürlich mit dem Auto, da kann die Mittagspause auch schon mal anderthalb Stunden in Anspruch nehmen.


Das Gebäude rechts ist mein Institut - an der nassen Straße kann man schon erkennen dass es in den letzten Tagen Katzen und Hunde geregnet hat, und nicht nur die, auf dem gesamten Campus lassen sich desöfteren einige der folgenden Artgenossen blicken:


Jedenfalls haben sich mit meinem Erscheinen am Institut und dem gestrigen Check-In im International Center der Uni gefühlt eine Million organisatorische Dinge ergeben die erstmal erledigt werden müssen: Pre-Paid SIM Karte besorgen, Konto eröffnen, Social Security Nummer beantragen, Health Insurance bezahlen und fünf verschiedene Accounts für diverse Zugriffe anlegen - wer gut zu tun hat, muss auch gut essen, also erstmal ein vernünftiges Frühstück:


und dann ein 1500+ Kalorien Menü zum späten Nachmittag:


Der Burger auf der rechten Seite hat sich übrigens ziemlich erschrocken als er das Salatblatt auf seinem Kollegen bemerkt hat, so etwas hat er noch nie gesehen ;) Zwei dicke Burgerpatties, ordentlich Bacon, Käse und Sauce und schon ist er fertig, der "Double Baconator"...

Ich hoffe dass ich morgen etwas mehr Zeit in Inhalt investieren kann - die Roadmap für die nächsten Tage habe ich in einem Treffen mit Fan schon festgelegt, jetzt heißt es langsam ran an die Bouletten. In diesem Sinne viele Grüße in die Heimat mit einem zünftigen "Prost"!



Monday, September 5, 2011

Looks like we're in Miami, not in Michigan!

Saturday Night Football - das erste Heimspiel der Saison für die Wolverines - eine Stadt steht Kopf. Ich leider auch, sonst hätte ich ein paar Bilder gemacht, aber angesichts der Tatsache dass noch vier weitere Heimspielwochenenden folgen werde ich das Spektakel doch noch festhalten können.

Also: 109.000 Menschen im "Big House" und gefühlt nochmal soviele in der Stadt beim Public Viewing im Vorgarten, alle in Blau oder Gelb (habe auch gleich zugeschlagen um nicht allzu sehr aufzufallen), 35 Grad im Schatten und ein kühles Bier in der Hand - und zwar _ohne_ brown bag, also ganz offensichtlich muss es sich um einen Ausnahmezustand handeln ;)

Und dann: im dritten Viertel - Weltuntergang. Ein Monsterunwetter vom allerfeinsten, erst Spielunterbrechung wegen Blitzeinschlaggefahr, d.h. alle Leute aus dem Stadion evakuieren (der Kommentator stellte zwischendurch berechtigt die Frage: "Where do you put 109.000 people?!") und später dann kompletter Spielabbruch - das hat es in der Geschichte des Big House noch nicht gegeben. Hier ein Bild von drinnen - auf der Videowand ist das Wetterradar zu sehen.


Da lob ich mir doch mein gemütliches Zimmer und das provisorische Abendbrot:


Der Tag danach vor dem "Big House":



Die Tage verbringe ich ansonsten mit der Suche nach einem Fahrrad und der Erkundung der Stadt - es gibt ein erstaunlich gutes Bussystem welches die Leute von einem Ende der Stadt in die Andere transportiert - zwischendurch darf man da natürlich das Essen nicht vergessen:


Wem das zu ungesund ist, hier mein gestriges Abendbrot:

Heute ist Labor Day, also Feiertag, d.h. die Läden haben nur bis um 20 Uhr oder so offen und man kann sich den Tag in Ruhe mit Monday Baseball vertreiben. Es wird Zeit dass ich morgen zur Uni komme ;)

Saturday, September 3, 2011

Planet USA

Howdy y'all!

Geschafft, ich bin gelandet (und habe endlich ein RadioShack gefunden bei dem ich 13 Dollar für einen simplen Steckeradapter loswerden durfte um mein Laptopnetzteil nutzen zu können) - allerdings nicht auf diesem, dem uns so vertrauten Planeten Erde, sondern auf dem Planeten USA, anders kann man die Situation hier nicht beschreiben, aber ich fange mal von vorne an!

Nach einem sehr schweren Abschied verlief der Hinflug mit Air France, abgesehen von einigen kleinen Verspätungen, einfach nur traumhaft - guter Service, top Essen und ein Entertainment System was keine Wünsche offen lässt - mit drei Filmen vergehen die acht Stunden wie im Flug - großartig!





Und dann wie gesagt der Planet USA: wissbegierige Einwanderungsbeamte, pakistanische Taxifahrer, Autos die bei uns nicht einmal in die Nähe eines TÜV Prüfers kommen würden, Autos die besser in der Nähe einer Tankstelle gefahren werden sollten, Gatorade und Vitamin-Water zu Spottpreisen, Friday- Saturday- und Sunday-Night Football (und -Baseball), Fernsehwerbung zum Kopfschütteln, Fast-Food an jeder Ecke, dicke Menschen an jeder Ecke und eine Uni-Stadt mit ca. 114.000 Einwohner in der das drittgrößte Stadion der Welt steht (109.000 Plätze).

Und das Ganze für 10 Wochen, davon 8 an der University of Michigan in Ann Arbor zum Weiterentwickeln der Diplomarbeit und 2 um ein bisschen auf den Spuren von Dirty Dirk in Dallas zu wandern.

Das muss man erstmal verdauen.




Mein Heim für die nächsten Tage ist das Lamp Post Inn, ein familiär geführtes Motel mit Zimmern die ziemlich in die Jahre gekommen sind. Dafür ist es sauber, dank A/C schön kühl, bezahlbar und vor allem verfügbar, denn ich habe mir die beste Zeit des Jahres ausgesucht um Ann Arbor zu besuchen - die College Football Saison hat gerade begonnen und damit haben hier alle die offizielle Erlaubnis zum Durchdrehen.

Wie sich das äußert schreibe ich morgen mal zusammen - jetzt lasse ich mich erstmal vom Saturday Night Football in den Schlaf wiegeln. Liebe Grüße in die Heimat!